Tagebuch Malaysia - Borneo

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5. Tag Ulu Ai - Longhouse Mo. 19.7.1999

Mathilda von Borneo-Adventure holt uns pünktlich um 8.30 Uhr vom Telang Usan ab. Wir fahren zuerst mit dem Bus - zusammen mit unseren vier dänischen Mitstreitern - nach Serian zum Gemüse- und Obsteinkauf auf dem Markt. Hier gibt es viele verschiedene Sorten, die wir noch nie gesehen haben. Mathilda läßt uns einiges Verschiedenes kosten - z.B. Durian, Rambutan und Mangosteen. Dann geht’s weiter zum Mittagessen und schließlich zum Batang-Ai-Staudamm. Einige IBAN holen uns hier mit ihren Langbooten ab. Die Fahrt zum Langhaus dauert ca. 1 Stunde. Wir gehen auch gleich auf einen ersten Besuch vorbei. Das Haus beherbergt ca. 35 Familien. Jede Familie hat einen Raum für sich selber zur Verfügung. Der Gang wird von allen gemeinsam zum Handarbeiten und spielen genutzt.

Wir beziehen die Lodge - ein sehr einfacher Bau, aber in wunderbarer Lage gelegen. Ein Bad im Fluss bringt zumindest kurze Abkühlung. Nach dem Essen ist der offizielle Empfang im Langhaus. Ca. 150 Iban erwarten uns schon am Gang. Der Chief übernimmt die Geschenke und verteilt diese gerecht an alle. Wir bekommen Reiswein (TUAK) und anschließend wird getanzt, wobei wir alle zum Zug kommen. Zum Schluß verkaufen die Iban noch ihre Handarbeiten.

6. Tag Ulu Ai - Longhouse Di. 20.7.1999

Nach einer recht lauten (der langhauseigene Hahn hat die ganze Nacht gekräht und sonstige Tiere waren immer wieder zu hören), aber gottseidank mosquitofreien Nacht und einem guten Frühstück in der Lodge beginnen wir mit unserer Tour.

Zuerst wandern wir mit einem der ältesten Iban dieses 'Dorfes' - er war barfuß unterwegs - und mit Mathilda ein Stück durch den Dschungel. Es ist ziemlich schwül und heiß. Unterwegs erfahren wir einiges über verschiedene Pflanzen und deren Verwendungszweck. Wir steigen dann wieder in die Langboote ein und fahren ziemlich ein Stück flussaufwärts. Immer wieder müssen die Ibans die Boote ziehen bzw. mit langen Stecken abstoßen. Man merkt, wie gut sie den Fluß kennen. Sie wissen genau, an welcher Stelle es seicht wird und wo die Stromschnellen am besten überwunden werden können. Es hat recht wenig Wasser, da es schon einige Tage nicht mehr geregnet hat. Unterwegs bleiben wir kurz stehen. Einige der Iban fangen mit Netzen und Mini-Harpunen ein paar Fische fürs Mittagessen.

Wir machen also eine ausgedehnte Mittagspause direkt am Fluss. Wir gehen schwimmen. Daneben wird das Essen zubereitet: Reis und Gemüse wird in Bambusrohre gefüllt und darin gegart, das Fleisch wird über dem Feuer gegrillt. Es ist wie immer vielseitig und schmeckt sehr gut.

Dann fahren wir noch ein Stück weiter zu einem Wasserfall - ein wirklich herrlicher, wunderschöner Platz mitten im Dschungel. Wir gehen direkt beim Wasserfall schwimmen - einfach traumhaft.

Wieder in der Lodge, bekommen wir bei einer kleinen Runde um das Langhaus einen guten Eindruck über die Lebensgewohnheiten der Iban: wir sehen winzige Schweine, den nächtlichen Störenfried ( = Gockel), Hennen, die Reismühle und viele kleine Kinder beim Spielen. Am Abend ist es recht gemütlich - wir ratschen, essen, holen uns Infos für den restlichen Urlaub und unterhalten uns auch ein wenig mit den tauben Gästen.

7. Tag Ulu Ai - Longhouse, Kuching Mi. 21.7.1999

Nach dem Frühstück beladen wir die Langboote und fahren los in Richtung Batang Ai. Unser Boot kommt uns ziemlich wackelig vor (die Iban bauen diese Boote natürlich selber) - scheint ein wenig zu schmal geraten zu sein. Trotzdem kommen wir sicher an. Wir steigen in den Kleinbus um und fahren mit einem kleinen Zwischenstopp zum Mittagessen nach Kuching.

Nachmittags gehen wir kurz ins Büro von Borneo Adventure, wo wir einen Teil unseres Geldes zurückbekommen, da doch mehr Personen bei der gleichen Tour dabei waren. Mathilda hat uns eine Freundin (Melanie) empfohlen, die uns die Unterkunft im Holiday Inn Damai Lagoon günstig buchen kann. Wir treffen Melanie und geben ihr das Geld für die Buchung im Nobelhotel für die kommenden Tage. Inzwischen gibt es ein gewaltiges Gewitter. Es platscht nur so vom Himmel. Also fahren wir mit dem Taxi zum Sarawak Museum, gehen dann anschließend an der Waterfront spazieren und nach 'Western' (ein westlich angehauchtes Restaurant) essen. Wir übernachten ein 2. Mal im Telang Usan.

8. Tag Bako N.P. Do. 22.7.1999

Frühstück im Telang Usan. Danach fahren wir mit dem Taxi zur Petra# Jaya Busstation und weiter mit dem Bus Nr. 6 nach Kampung Bako. Hier tun wir uns mit 2 Franzosen, 2 Engländern und 2 Malaien zusammen und fahren gemeinsam mit dem Boot zum Park-Headquarter des Bako-Nationalparks. Da die reservierten Zimmer wie vermutet noch nicht fertig sind, gehen wir schon mal den Urwald in der Umgebung erkunden. Wir nehmen den Trail in Richtung Teluk Paku (also in Richtung Norden) und schwitzen und schwitzen und schwitzen. Der Weg ist allerdings wahnsinnig schön. Es geht über Stock und Stein, bergauf und bergab und die 'Urwaldmusik' ist faszinierend. Wir beziehen nach der Rückkehr unser Zimmer, duschen, essen in der Kantine (Canteen) und schlafen ein bisschen. Um 3 Uhr gehen wir dann noch nach Teluk Delima (Teluk heißt Bucht). Hier und bei Teluk Paku hat man laut Aussage der Parkangestellten die besten Chancen, die Nasenaffen zu sehen. Der Weg ist bei der Abzweigung vom Lintang-Trail nicht sehr gut beschildert, aber wir kommen dann doch im Mangrovengürtel an. Geli sieht tatsächlich zwei Nasenaffen, allerdings nur sehr kurz, da sie sofort verschwinden. Andere Affen können wir nur durch ihr 'Grunzen' erahnen. Hier in Teluk Delima ist die Vegetation ganz interessant. Auf der einen Seite die Mangoven, im Sumpf sehr viel kleines Getier und auf der anderen Seite der dichte Urwald. Ein herannahendes Gewitter zwingt uns zum Umkehren. Auf dem Rückweg sehen wir dann noch eine Schlange ins Gebüsch huschen - Uahhhh!

Wir gelangen gerade noch trocken (wenn man das im Urwald überhaupt so sagen kann) zu unserer Lodge zurück, doch um 17 Uhr gibt es das wahrscheinlich tägliche Gewitter.

Nachher machen wir einen kurzen Strandspaziergang. Der Sand ist vom Regen ganz toll gemasert und die Felsen sind im Abendlicht sehr schön anzusehen. Wir sehen dann noch Squirrels und vor allem drei Beared Pigs, die um die Kantine herumschleichen.

9. Tag Bako N.P. Fr. 23.7.1999

Wir stehen schon um 6.30 Uhr auf, packen unseren Rucksack zusammen und machen uns auf den Weg zum Jalan Lintang, einem ca. 6 km langen Rundweg durch die verschiedenen Vegetationszonen des Bako-Nationalparks. Gleich am Anfang, bei der Kreuzung nach Telok Delima, hören wir schon das Grunzen der Nasenaffen (Proboscis Monkeys). Wir bleiben stehen und verhalten uns total still. Dann sehen wir hoch oben in den Baumwipfeln die Affen. Sie schwingen sich hin und her, die Äste rascheln und man glaubt immer wieder, dass ein Ast bricht. Aber die Affen haben natürlich alles fest im Griff. Ca. eine halbe Stunde stehen wir hier und beobachten die Nasenaffen. Dann gehen wir weiter entlang des Lintang Trails. Zuerst gehen wir durch dichten Regenwald und dann durch sogenannten Buschwald auf dem Plateau. Wir kommen bei einem tollen Aussichtspunkt vorbei und sehen verschiedene Kannenpflanzen. Kurz vor Ende des Trails haben wir das Riesenglück, eine Nasenäffin auf gleicher Höhe in ca. 10m Entfernung zu beobachten. Das war beeindruckend. Einen so seltenen Affen in freier Wildbahn zu sehen, ist schon ein tolles Gefühl.

Nachdem wir wieder im Headquarter angekommen sind gehen wir noch kurz im Südchinesischen Meer schwimmen. Das Wasser ist fast zu warm, aber es war trotzdem herrlich, nach der doch anstrengenden Tour im Meer zu pritscheln. Leider gibt es hier auch Quallen. Anschließend gehen wir duschen, Mittagessen und halten Siesta. In unserem Zimmer ist ein Gecko - oh Schreck. Es gelingt uns aber diesen ungebetenen Gast in der Leuchstoffröhre einzusperren, indem wir diese auf beiden Seiten mit Leukoplast zugeklebt haben, nachdem er dort hineingekrochen ist.

Am späten Nachmittag marschieren wir nochmals ein Stück in den Dschungel hinein. Doch diesmal können wir die Nasenaffen nur hören. Am Abend unternehmen wir wieder einen kleinen Strandspaziergang, gehen natürlich wieder essen (das Kantinenessen ist wirklich hervorragend) und dann auch schon bald ins Bett.

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