Tagebuch Malaysia - Borneo

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16. Tag Kota Kinabalu Fr. 30.7.1999

Nach einem kurzen Fotospaziergang durch Miri fahren wir mit dem Stadtbus mit einigen Umwegen zum Flughafen. Wir fliegen dann - mit einem kurzen Zwischenstop auf der Insel Labuan - nach Kota Kinabalu ('KeKe').

Wir düsen mit dem Taxi sofort zum Park Office - aber vergebens, es hat schon zu. Dann quartieren wir uns im benachbarten, jedoch ausgesprochen häßlichen Golden Inn ein. Wir kommen noch auf einem Stadtspaziergang beim Tourist Office vorbei, das hat aber natürlich auch schon geschlossen. Unterwegs entdecken wir ein spitzenmäßiges Fischrestaurant, wo wir ausgezeichnete Krabben essen. Den Heimweg ins Hotel finden wir nicht gleich, kommen dann aber doch, mit einigen Umwegen ins Golden Inn.

17. Tag Poring Hot Springs Sa. 31.7.1999

Gleich morgens gehen wir ins Park Office, um die Permits und Unterkünfte für die Besteigung des Mount Kinabalu zu besorgen, werden aber gleich an das Gold-Resort im Karamunsing Kompleks verwiesen. Wir fahren also dorthin und können auch prompt alles Notwendige für den Berg erledigen. Anschließend bringen wir unser Gepäck ins Mandarin Hotel (im Golden Inn wollen wir eigentlich nicht bleiben) und gehen zum Busparkplatz. Wir steigen in einen Minibus ein, der uns bis Ranau bringt. Wir sind 3 Stunden unterwegs - den Weg haben wir total unterschätzt, die Entfernung auf der Karte täuscht enorm, da die Straßen recht steil und vor allem kurvig sind. Unterwegs kommen wir auch schon am Mount Kinabalu vorbei. Ein mächtiges Massiv, dessen Höhe man ganz schlecht abschätzen kann. Wir steigen in Ranau in einen anderen Minibus, um nach Poring zu kommen (wir müssen hier nochmals bezahlen, obwohl der erste Busfahrer behauptet hat, dass der Preis bis Poring ist - aber was soll's).

In Poring gehen wir gleich zum Canopy Walkway, einer Hängebrücke in Baumkronenhöhe - eine wackelige Angelegenheit. Es ist sehr beeindruckend, so hoch oben zu sein. Dann besuchen wir die heißen Schwefelquellen, essen Eis und trinken eine frische Kokosnuss.

Die Heimfahrt nach KK funktioniert dann doch ganz gut (hat zuerst nicht so ausgeschaut). Wir nehmen einen kleinen Bus bis Ranau und fahren von hier mit einem anderen Bus bis KK.

Abends gehen wir noch in ein sehr simples (nobel ausgedrückt) Restaurant essen, hier sitzt ein Mann, mit einer Suppenschüssel auf dem Kopf - der war vielleicht lustig - und anschließend für die Bergtour einkaufen (Müsliriegel, Nüsse, Saft und Bananen).

18. Tag Kinabalu Park So. 1.8.1999

Wir fahren bereits um 7.45 Uhr zum Kinabalu Park am Fuße des Mount Kinabalu, den wir in den nächsten zwei Tagen besteigen wollen. Heute haben wir einen schnelleren Bus als gestern und sind schon um 9.15 Uhr beim Park-Headquarter. Wir erkundigen uns über die notwendigen Formalitäten der Bergbesteigung, besorgen uns das Permit und gehen ins Zimmer - ein 8-Bett-Raum. In dieser Höhe (der Park liegt auf ca. 1500 - 1700m) ist es erheblich kühler als in der Ebene. Es bläst zudem noch ein kalter Wind. Trotzdem marschieren wir ein wenig in der Gegend herum und erkunden fast das gesamte Gelände rund um das Headquarter.

Alles in allem verbringen wir einen sehr ruhigen und gemütlichen Tag. Wir fotografieren die verschiedenen Blüten, spazieren, trinken Tee und essen und bereiten uns schließlich auf die kommenden zwei anstrengenden Tage vor. Am Abend nach dem Essen treffen wir noch die zwei Belgier Wim und Sabin, wir bilden mit ihnen am nächsten Tag eine Gruppe, um die Kosten für den notwendigen Guide zu reduzieren.

19. Tag Mount Kinabalu Mo. 2.8.1999

Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker. Wir stehen nach dieser wirklich kalten Nacht (der Wind blies durch die sehr schäbigen Fenster) gleich auf, waschen uns und gehen um 7 Uhr zur Rezeption, um den Guide zu reservieren. Nach dem Frühstück in der Kantine fahren wir gemeinsam mit ca. 30 bis 40 anderen Touristen zur sogenannten Power Station (Timpohon Gate) und beginnen hier in 1830m Höhe die Besteigung des Gunung (Mount) Kinabalu. Die Temperaturen sind ideal zum Bergsteigen. Der Weg ist teilweise sehr steil mit wahnsinnig hohen Stufen (keine Ahnung, wie die kleinwüchsigen Asiaten damit zurechtkommen), aber sehr gut zum Gehen. Bis Kilometer 3 gehen wir gemeinsam mit Wim, Sabin und dem Guide Lanting. Ab hier gehen wir relativ zügig alleine weiter. Kurz vor der Laban Rata Hütte plagen auch wir uns über die gewaltig steilen Stufen. Doch wir schaffen auch noch die letzten 500m und kommen nach 4 Stunden um 12.30 Uhr in 3272m Höhe zur Laban Rata Hütte. Unterwegs kann sich sehr gut orientieren, wie weit man schon gegangen ist. Mindestens alle 500m und zusätzlich bei den 6 Sheltern (Unterstände mit Trinkwasser) befindet sich ein Schild am Weg.

Wir duschen, essen und ruhen uns aus. Eigentlich haben wir nur einen "Schlafplatz am Boden" gebucht, da alle Zimmer ausgebucht waren. Dieser Schlafplatz ist allerdings sehr ungemütlich in einer Ecke des Aufenthaltsraumes angebracht. Es ist hier ziemlich kalt (nicht geheizt, wie die Zimmer) und wahrscheinlich am Abend noch recht laut. Wir haben aber das Riesenglück, dass wir kurzfristig doch noch zwei Betten in einem Zimmer bekommen - und das auch noch bei Wim und Sabin.

Am Nachmittag kommt gewaltiger Wind auf. Wir gehen kurz spazieren und erkunden die Gegend um die Hütte herum. Man sieht den Gipfel nur sehr selten schemenhaft durch die Wolken schauen. Abends sitzen wir beim Essen, als die Sonne gerade untergeht - immer wieder springen die Hobbyfotografen auf den Balkon hinaus, um die tollen Wolkenstimmungen festzuhalten.

Im Bett spielen wir noch ein wenig miteinander - Wörterraten natürlich.

20. Tag Mount Kinabalu Di. 3.8.1999

Wir stehen um 5 Uhr auf, um frühzeitig wieder vom Gipfel herunten zu sein. Wir müssen heute noch 800 Höhenmeter hinauf und dann den ganzen Weg (2200m) wieder zurück ins Park-Headquarter. Die meisten Leute sind allerdings schon um 3 Uhr in Richtung Gipfel aufgebrochen, um oben den Sonnenaufgang zu genießen. Da der Berg ziemlich alleine steht und sich daher die Wolken meistens um den Kinabalu herum sammeln, ist die Wahrscheinlichkeit, einen klaren Tag zu erwischen, recht gering. Daher haben wir den Startzeitpunkt auf 5 Uhr verschoben. Wir überlegen uns, ob eine Gipfelbesteigung bei diesem starken Wind überhaupt Sinn macht und entschließen uns dann doch, die Besteigung zu probieren. Um 5.30 Uhr holt uns Lanting ab. Sabin ist zurückgeblieben. Wir starten also mit Wim und Lanting das Gipfelabenteuer.

Das erste Stück oberhalb der Laban Rata macht uns ziemlich zu schaffen. Es ist hier durch die Latschen fast windstill, allerdings unwahrscheinlich steil und wir sind auch noch nicht ganz wach. Nachdem wir die Vegetationsgenze auf ca. 3500m erreicht haben, geht es nur noch über Fels weiter. Teilweise ist der Weg recht flach, teilweise aber wieder steil. Wir passieren die Sayat Sayat Hut. Hier geht es uns eigentlich ganz gut. Danach kommt der unendliche lang wirkende Aufstieg auf das Gipfelplateau des Mount Kinabalu. Wir haben das Gefühl kaum vom Fleck zu kommen. Jetzt wird es immer flacher und wir sind vermutlich auch schon auf einer Höhe von 4000m. Der Wind bläst unaufhörlich, es wird immer kälter. Lanting meint, dass es nur noch eine halbe Stunde wäre. Man sieht gar nichts mehr, da auch der Nebel sehr dicht ist, verlassen uns aber auf Lanting und gehen weiter. Nach einer nur leicht ansteigenden Strecke auf dem Plateau scheinen wir nun vor dem letzten Anstieg auf den Gipfel zu stehen. Es ist bitterkalt. Wir schaffen die letzten sehr steilen 100 Höhenmeter und gelangen zum Low's Peak auf 4095m. Da wir erst um 5.30 Uhr losgegangen sind, sind jetzt auch nur vier Leute am Gipfel. Wir schießen kurz ein paar Fotos und drehen sofort wieder um, die Sicht ist ohnehin sehr schlecht. Kurz unterhalb des Gipfels wird plötzlich der feuchte Nebel weniger und die Wolken verziehen sich gänzlich. Es ist eine sehr beeindruckende Kulisse zu sehen (South Peak, Donkeys Ear, ...), aber der Wind bläst immer noch sehr stark und kalt. Den Rückweg genießen wir bei Sonnenschein. Jetzt ist alles zu sehen, was uns beim Aufstieg verborgen geblieben ist - wunderbar.

Um ca. 9.15 Uhr sind wir wieder in der Laban Rata Hütte. Wir stärken uns ein wenig, packen zusammen und marschieren die restlichen 1500 Höhenmeter, oder 6km, hinunter zum Park Headquarter. Wir sind sehr schnell unterwegs und sehen immer wieder Leute, die sich beim Abstieg ziemlich schwer tun. Unterwegs zeigt uns Lanting noch ein paar Kannenplanzen (Pitcher Plants).

Um 12.40 Uhr kommen wir ermüdet, mit wackeligen Knien und leeren Oberschenkeln, aber zufrieden bei der Power Station an. Der Bustransfer nach KK klappt auch auf Anhieb.

Am Nachmittag relaxen wir ein wenig im Hotel Mandarin, gehen abends essen und früh ins Bett.

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