Anatomie

Körperbau der Wale und dessen Vorteile

 

walanatomie.gif (60804 Byte) Als die Vorfahren der Wale wieder zurück ins Meer gingen, mussten sie sich an die neuen Begebenheiten anpassen.Diese Anpassung an das Leben im Wasser verlangte einige Veränderungen in ihrer Anatomie:
  • Die hinteren Extremitäten sind vollständig zurückgebildet.
  • Die vorderen Exträmitäten sind zu Flossen (Flipper) umgeblildet. Sie dienen nur mehr der Stabilislierung und zum Lenken.
  • Der Antrieb erfolgt durch die Fluke (Schwanzflosse). Diese  besteht aus Bindegewebe und kolagenen Fasern. Da Wale immer wieder an die Oberfläche steigen und zu den Fischschwärmen tauchen müssen, liegt die Fluke der Wale im Gegensatz zu den Schwanzflossen der Fische quer. Dies erleichtert zwar das Tauchen, verringert jedoch die Fähigkeit schneller zu wenden.
  • Die Rückenfinne hat ebenfalls eine stabilisierende Funktion. Sie besteht so wie die Fluke aus Bindegewebe.Der Körper ist  stromlinienförmig. Außerdem unterstützt die speziell ausgebildete Haut eine Eliminierung von Wasserturbulenzen. Der Körper gleitet fast durch das Wasser. Das bedeutet eine ungeheure Einsparung von Energie und eine Verhinderung von Geräuschen.
 
  • Der Wal besitzt eine schwach verhornte Epidermis, die eine sehr gute Wasserdichtheit hat. Darunter befindet sich eine  bis zu 70 cm dicke Fettschichte (Blubber). Sie hat verschiedenen Aufgaben:
    • Schutz vor Auskühlung
    • Auftribeshilfe
    • Nahrungsreserve

 

  • Eigentlich müßten die Wale nach kurzer Zeit an einem Hitzestau zugrunde gehen, da die     Haut- und Fettschichten keine Kälte in das Tier, aber auch keine Wärme aus dem Tier lassen. Die Wale entwickelten ein raffiniertes System: Bei Überhitzung wird warmes Blut aus dem Körper in die nichtisolierte Schwanzflosse gepumpt, wo es rasch kälter wird , und den Körper von innen abkühlt. Dieses komplizierte System aus Klappen, Ventilen und Adern schaltet sich je nach Bedarf ein oder aus.

  • Wale haben im Vergleich zu anderen Säugetieren verhältnismäßig kleine Lungen. Der Grund dafür ist denkbar einfach. Er braucht sie nicht, denn der Sauerstoff für die Tauchgänge wird in den Muskeln,Blut und im Wundernetz gespeichert. Wenn der Wal mit vollen Lungen tauchen müßte, wäre es so als wie wenn Sie mit einem Luftballon tauchen. Nach einem Tauchgang ist der Wal so verausgabt, das sie erst ein paar minuten ruhig durchatmen müssen um wieder zu Kräften zu kommen. Walfänger wissen das und greifen in dieser Zeit an.

  • Während der Tauchgänge sparen die Wale auf verschiedene Arten Sauerstoff:
    Bestimmte Organe und Muskeln,die genügend Sauerstoff gespeichert haben, werden durch ein System von Schließmuskeln Vom Kreislauf abgekoppelt. Sie erhalten dadurch nur wenig oder gar kein frisches Blut.
    Das sauerstoffreiche Blut wird nur für lebenswichtige Organe benutzt.
    Das Herz schlägt sehr langsam.

  • Da Wale, in einem sehr kurzen Zeitraum ein- und wieder ausatmen, müssen die Atemgänge mit Verstärkungen ausgekleidet sein, da sie sonst beim Lufthohlen in sich zusammen fallen würden.

  • Wale haben ein sehr eigenartiges Organ, das nur sehr wenige Lebewesen sonst noch besitzen. Das Wundernetz. Dies ist ein dicker, mit Blut vollgesogener Schwamm. Es besteht aus einem Labyrinth aus sehr feinen Äderchen. Es liegt an den Wänden der Brusthöhle, im Halsbereich, zwischen manchen Rippen, entlang der Wirbelsäule und im Bereich des Gehirns. Über seine Aufgabe(n) ist man sich noch nicht sicher. Manche Wissenschafter vermuten dass es eine Reihe von Aufgaben erfüllt:
    • Es speichert Sauerstoff(als letzte Reserve).
    • Es gleicht den Blutdruck dem Wasserdruck an.
    • Es füllt Hohlräume im Körper aus, die in den Tiefen zusammengequetscht würden.
    • Es versorgt das Gehirn auf den Tauchgängen mit Blut.

 

  • Haare, Brustdrüsen und männliche Geschlechtsorgane sind zu Gunsten der Stromlinienform zurückgebildet und/oder im Körper versenkt.

  • Der überflüssige Hals ist zurückgebildet ( HWS ist verkürtzt, HW sind miteinander verschmolzen.
    Die Nasen der Landsäugetieren sind mit ihren Schleimhäuten für die Analyse gasförmiger Duftstoffe bestens gerüstet. Anders ist es natürlich bei den Walen. Sie verloren ihre Schleimhäute in Laufe ihrer Entwicklung. An dessen Stelle trat ein kompliziertes System bestehend aus Atemloch, aus Ventilen, Kammern, Gängen und Ausstülpungen. Sie benutzen ihre Nasen sicherlich nicht nur zur Atmung, denn dazu würde ein einfaches Loch reichen. Wahrscheinlich können sie mit ihnen Laute erzeugen,um miteinander zu kommunizieren.

  • Wale benutzen ein Echolot um sich zu orientieren. Dieses System besteht aus 2 Teilen. Mit dem Sendeteil werden gebündelte Schallwellen mit 280 Kilohertz (das Gehör des Mensch nimmt Geräusche bis zu 18 Megahertz wahr!) ausgestossen. Produziert werden diese Töne wahrscheinlich in der nase oder mit Hilfe eines Ventils im Kehlkopf. Gesendet werden sie durch die Fettlinse(Spermacetiorgan =>siehe Pottwale). Diese Wellen breiten sich im Wasser aus und werden von Gegenständen oder anderen Lebewesen zurückgeworfen. Der reflektierte Schall wird vom Unterkiefer aufgenommen und zum Ohr geleitet. Aus der Richtung, der Stärke und der Art der Reflektion berechnen die Wale ihre Umgebung.
    Wir Menschen sehen mit Hilfe von Lichtstrahlen, die von der Oberfläche jeder Materie reflektiert werden. Die Wale jedoch "sehen" mit Hilfe von Schall, der auch in tiefer gelegene Teile eines Körpers eindringen kann. Wenn ein Wal z.B. einen anderen Wal "erblickt", "sieht er auch Knochen und so manche inneren Organe dieses, da der Schall wie gesagt, auch in Körper eindringt. Er wird dann von den Knochen oder den inneren Organen zurückgeworfen, und der wal kann diese dann wahrnehmen.