Geschichtliche Hintergründe

zu den Walen

 

Der Vorfahre dieser Giganten war ein hundgroßes fleischfressendes Huftier es lebten ursprünglich, so wie alle Säugetiere, an Land . Die 1997 veröffentlichten DNA - Analysen ergaben,dass Paarhufer die nächsten Verwandten der Wale sind. Rinder stehen den Walen damit stammesgeschichtlich näher als Pferden.

Warum gingen die Wale wieder zurück ins Meer? Das Leben entstand ursprünglich im Meer. Es war bis zu den ersten Landgängen der Amphibien auf diesen Lebensbereich beschränkt. An Land entwickelten sich Saurier und Säugetiere. Aus den Sauriern entstanden dann später die Vögel.Als die im Wasser lebende Dinosaurier ausgestorben sind, eroberten Die Wale die Weltmeere um wahrscheinlich neue Futtergründe zu erschließen, um somit dem harten Konkurenzkampf an Land um Nahrung zu entgehen, und/oder um den größeren Landräubern zu entkommen. Während der 20 Mio. Jahre dauernden Anpassung verwandelte sich aus dem Landbewohner ein an das Wasser vollkommen angepasster Organismus:     

  • Das wärmende Fell wurde gegen eine besser isolierende Fettschicht (Blubber) und zu Gunsten der Stromlinienform aufgegeben.
  • Die hinteren Extremitäten bildeten sich zurück, da einem Leben im Meer nur hinderlich waren. Am Ende des Schwanzes entwickelte sich die Fluke aus kollagenen Stoffen, aus den vorderen Extremitäten wurden die Vorderflossen.
  • Die Finne wurde, ebenso wie die Fluke, aus kollagenen Stoffen gebildet.
  • Neben dem Wal entwickelte sich auch noch die Familie der Robben. Diese Säuger verbringen auch heute noch einen Teil an Land (Fortpflanzung, Ruhe,...)

siehe auch: Besonderheiten in der Anatomie.

Die ältesten bekannten Funde sind 52 Millionen Jahre alt, aber nach Schätzungen vieler Wissenschaftler reicht die Geschichte der Wale über 60 Millionen Jahre zurück. Unlängst entdeckte man in Pakistan versteinerte Walskelette aus dem Eozän. Diese Fossilien deuten darauf hin, dass die ersten Wahlen durch wellenförmige Bewegung der Wirbelsäule vorwärts gelangt, wodurch ihre Füße sich in ähnlicher Weise auf und ab bewegten wie bei den heutigen Ottern. Alle fossil bekannten Wale besaßen Zähnen - Bartenwale sind also die stammesgeschichtlich jüngere Gruppe.

Ungefähr so muß ein Urwal ausgesehen haben:

 

 

 

 

 

 

Bis vor etwa 100 Jahren wußten nur die Walfänger etwas über Wale, aber auch sie kümmerten sich nicht darum, ob sie einen Fisch oder ein Säugetier schlachteten. Schon immer glaubte man, dass Wale Fische sind, weil sie aussahen wie ein Fisch, weil Flossen und Schwänze hatten wie Fische und weil sie im Wasser lebten. Erste Zweifler dieses Irrglaubens waren so manche griechische Philosophen, wie     z. B. Aristoteles,der erkannte, dass die Wale Luft atmeten, und somit keine Fische sein können.

Nicht dieser Ansicht war der Oberbefehlshaber der römischen Seestreitmächte Plinius: "Wale sind Fische, also Walfische."Bei dieser Ansicht blieb es mehr als 1500 Jahren! Erst der schwedische Naturforscher Carl von Linné brachte den endgültigen Beweis für die tatsächliche Herkunft der Wale. Er war es auch, der alle Tiere in Stamm, Unterstamm, Familie, Ordnung usw. unterteilte. 

 

Schon immer hatte der Wal die Menschen begeistert und erschreckt zugleich. In der Bibel steht eine der ältesten Erzählungen über Wale geschrieben; Es ist die Sage von Jonas:

Jonas ein Prophet fuhr als Passagier auf einem Segelschiff vor den Küsten Palästinas mit. Als ein Sturm aufkam, beschlossen die Seeleute ein Menschenopfer darzubringen, um Gott zu besänftigen. Jonas wurde also über Bord geworfen. Gott jedoch schuf einen großen Fisch, welcher Jonas 3 Tage in seinem Maul über das Meer trug.

Eine andere Geschichte in der Bibel jedoch erzählt von einem furchtbaren allesverschlingendem Meeresdrachen, der sein Vorbild sicher in einem Wal hatte. Die Rede ist von Levithan dem Ungeheuer der Unordnung. Die Autoren der Bibel   waren, mit der Vorstellung von dem Ungeheuer Wal, nicht alleine. Viele antike Schriftsteller waren ebenfalls dieser Meinung. z. B.:Plutrach: "Und was auch immer von außen in die Wirrnis im Rachen dieses Ungeheuer gerät [...]ist im bodenlosen Abgrund des Bauches verloren."

Auch im Mittelalter hielt man an diesem Ammenmärchen fest. Es rankten sich die wildesten Geschichten um die erfundenen Rot- und Pferdewale. Besonders die isländischen Seeleute fürchteten nichts mehr als den Teufelswal. Wer auf offener See das Wort "Wal" aussprach bekam weniger zu essen, da man glaubte der Wal durchstreift die Meere, immer auf der Suche nach Schiffen, und werde von dem Klang seines Namens angelockt.